| Einmal Kalmar und zurück, Reise der PrimaDonna 2009 |
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| Geschrieben von: Ulrich Förster | |
| Mittwoch, 03. März 2010 um 11:51 Uhr | |
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Unsere Segelreisenverlaufen, da terminlich stark eingeschränkt, nach der Maxime „der Weg ist das Ziel“, wobei die Wettersituation und die Mittelfristvorhersage an bestimmten Wege- / Entscheidungspunkten den Verlauf bestimmen. Die Richtung der Reise entscheiden wir meistens erst in Swinemünde.-
Wir sind insofern auf Reisen in alle Teilgebiete der Ostsee einschließlich Skagerrak und Kattegat vorbereitet und ausgerüstet. Dies umfasst Seekarten und Handbücher sowie aktuelle Informationen (Internet). Insbesondere mit Blick auf die Querung der sehr verkehrsreichen Gebiete nördlich Bornholm oder Sund hatten wir uns für diese Reise ein AIS installiert. Zur Sicherheitseinweisung: Wir segeln ausschließlich mit kleiner Crew. Zu Beginn der Reise wird das Schiff gemeinsam ausgestattet. Dabei wird die gesamte Sicherheitsausstattung gemeinsam geprüft. Beide Crewmitglieder sind also mit der Ausstattung und deren Handhabung bestens vertraut. Das Besondere dieser Reise lag in dem fast täglich gefahrenem Bullenstander. Dieser war entweder bei achterlichen Winden oder raumschots bei wenig Wind aber ordentlicher Welle unentbehrlich. Einzig der Schlag zwischen Nexö und Gudjem wurde bei 5 Bft. am Wind etwas sportlicher. Einen sportlichen Aspekt der Reise bewirkte auch das Ausbringen und oftmalige Schiften des Ausbaumers für die Genua. – Das für uns herausragende waren die langen Segeltage, mit der wir auf eine gute Reisestrecke kamen. Unsere Reise verlief „unaufgeregt“ bei sommerlicher Hitze völlig problemlos. Der Törn war dadurch in unserem bisherigen Seglerleben ziemlich einzigartig. Herausgehoben werden sollen jedoch folgende Törnabschnitte: Swinemünde – Nexö: Statt der vorhergesagten 2-3 aus S wehte es doch mit 3-4, so dass wir ausgebaumt vor dem Wind passable Fahrt machen konnten. Einige Windlöcher wurden bei schlagenden Segeln überwunden. Später drehte dann der Wind und bei 4 aus W konnte mit halben Wind bei guter Fahrt Nexö erreicht werden. Südöstlich von Bornholm beobachteten wir wie auf den vergangenen Fahrten trotz der leichten Winde eine recht diffuse hohe Welle. Hanö – Knösö: Bisher waren wir noch nie in den Schären gewesen. Nun wollten wir die südschwedischen Schären durchqueren. Bei der Ausfahrt von Hanö blies der Wind zunächst mit 4 Bft und nahm dann bis auf 6 Bft. aus SW zu. Zunächst unter Genua und Groß, dann nur noch unter Groß machten wir schnelle Fahrt, die enorme Welle machte uns jedoch einigermaßen zu schaffen. Während der Einfahrt in den Schärengürtel sw-lich von Karlskrona, der eine präzise Navigation verlangt, erwischte uns die einzige Schauerboe des ganzen Urlaubs. Innerhalb der Schären bei 4-6 Bft halbwinds und sehr kleiner Welle fühlten wir uns wie auf der Havel. Abends machten wir zum ersten Mal mit dem Bug an einer Schäre fest. Der Heckanker hielt zwar erst beim dritten Mal, dies scheint jedoch eher normal zu sein.Knösö – Kristianopel. Wenn man die Strecke kennt, kann man sie auch segeln. Da wir sie jedoch zum ersten Mal befuhren, sie eine präzise Navigation verlangt, die Fahrwasser teilweise sehr eng sind und schon geringe Navigationsfehler außerordentlich hart bestraft werden, motorten wir bis zum Ausgang des Schärenfahrwassers in den Kalmarsund. An einer Offshore Windkraftanlage vorbei konnten wir dann bei 4 Bft gut bis Kristianopel segeln.
Allinge - Saßnitz: Eigentlich wollten wir nicht nach Saßnitz sonder zunächst nach Rönne und von dort nach Swinemünde. Der Wetterbericht sagte jedoch für die übernächste Nacht für die Südliche Ostsee Starkwind und Gewitter mit Boen voraus, so dass wir uns entschlossen, direkt nach Saßnitz und dann am nächsten Tag weiter nach Swinemünde zu segeln, da das Wetter für die Bodden besser sein sollte. So kam es dann auch. Bei schwachem Wind fuhren wir zunächst unter Motor um Hammerodde um dort festzustellen, das der Wind aus S, also fast von vorn blies. Laut derlokalen Prognose von Seewis sollte er jedoch in Höhe Rönne auf SE drehen (Kapeffekt). Wir stellen also unser Windfahne auf am Wind Kurs ein und konnten auf unserm Kartenplotter wunderbar beobachten, wie die Yacht in einem schönen Bogen den Kurs Richtung Rügen annahm. Bei 3 – 4 halbwinds und angenehmer Welle erreichten wir Rügen, wo der Wind plötzlich seinen Dienst einstellte, dann auf das prognostizierte lue Lüftchen aus NE dreht und wir die letzten Meilen nach Saßnitz motoren mussten.
Erfahrungen mit dem AIS: Die Daten des AIS werden durch die Navigationssoftware (Fugawi) auf dem Laptop dargestellt. Sie werden lagegenau und in Form einer Liste in die jeweilige Seekarte eingetragen. Das System erklärt sich weitgehend von selbst.- Der Empfangsbereich der Signale reichte in Kristianopel von Kopenhagen bis Danzig. Vorteile des Systems und damit eine erhöhte Sicherheit sehen wir vor allem ins folgenden Punkten:
Yacht: PrimaDonna, HR31 Länge: 9,62 m; Breite:3,30 m;Tiefgang: 1,71 m; Verdrängung: 4,5 t Segelfläche: 56,3 m² Heimathafen: SVSt Berlin Crew: Barbara und Ulrich Förster
Reise vom 23. Juli (Abfahrt Berlin) bis zum 15. August (Rückkehr Berlin) Reiseweg: Stettin nach Swinemünde - Bornholm – Hanö – Knösö (Schären südl. Karlskrona) - Kristianopel – Borgholm – und zurück über Kalmar – Kristianopel - Utklippan – Christiansö - Allinge - Saßnitz - Swinemünde wieder nach Stettin Fahrttage 15; Hafentage 3 (von / bis Stettin) Zurückgelegte Strecke: insgesamt 738 sm (von/ bis Berlin), 542 sm (von / bis Stettin) unter Segel: 399 sm, unter Motor 143 sm (jeweils von / bis Stettin)
Ausstattung der Yacht: Die Yacht ist entsprechend den Sicherheitsrichtlinien der Kreuzerabteilung für das befahrene Seegebiet geeignet und ausgerüstet. Zusätzlich mitgeführt wurde
AIS, passiv, Darstellung der Signale durch die Navigationssoftware auf dem Laptop
Laptop mit
Navigation: Die Navigation erfolgte mittel GPS, es wurde mitgekoppelt (s. Logbuch) und soweit möglich mit der örtlichen Situation abgeglichen.
Wetterbericht: Der Wetterbericht wurde auf unterschiedlichen Wegen mehrmals täglich eingeholt:
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