Seesegeln

SVSt unterwegs - Seeblogs, Fahrtensegeln, Fahrtenwettbewerbe, Seereisen
Montag, 12 September 2016 11:27

5. Törnbericht 2016: Mit JUELLA von Kalmar zum Stößensee

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Kalmar war während des Mittelalters von großer strategischer Bedeutung bis es 1680 seine militärische Führungsrolle an den neuen Kriegshafen verlor. Sehenswert sind unter anderem der Barockdom, die Burg, Schlosspark mit Modern Art Museum, Gamlastan: Altstadtgassen mit schönen Holzhäusern und Blumengärten. Das Länsmuseum zeigt Schätze des mittelalterlichen Kriegsschiffes „Kronan“. Das Schiff, doppelt so groß wie die „Wasa“, ging 1676 bei einer Verfolgung durch eine dänisch-holländische Kriegsflotte an der SE-Spitze Ölands mit 800 Mann unter.

Am 11.August fahren wir von Kalmar in den idyllischen Fischereihafen Torhamn. Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell und heftig Schauerböen auftreten. Mit alter Dünung war das eine Hackerei.

Weiter zur Insel Hanö bei viel Wind endlich mal Segeln. Wir legen einen Hafentag ein und erkunden die Insel. Natürlich nehmen wir den schönsten runden Granitstein der Insel als Andenken mit. Der Hafen Hanö ist nach NW offen. Am nächsten Morgen hatte der Wind auf NW gedreht: kräftige NW-Böen drücken aufs Boot. Der Heckanker slipt und der Buganker rummst an den Holzsteg. Also schnell Ankerauf! Sehr angenehmes Segeln: Unter Fock und Groß steuert uns die Aries schnurgerade. Skillinge geben wir auf, bei rückgedrehtem Wind und Böen bis 6Bft aus SW drehen wir ab und laufen in den Hafen Simrishamn. Nach dunklen Regenfronten werden wir mit leuchtendem Regenbogen und rotem Abendhimmel belohnt.

Nach Bornholm nur mit der großen Genua. Rechtwinklig queren wir das stark befahrene Verkehrstrennungsfahrwasser. Unser neuer AIS-Plotter zeigt uns die Geschwindigkeiten der Großen an. Wir können besser einschätzen: geht er noch vorne durch oder hinten.

Dann am nächsten Tag von Bornholm nach Swinemünde. Bei W 4-5Bft und später Schauerböen bis 34kn. Dann dreht „Er“ auf NNW. Alte und neue Welle ergeben eine chaotische See.

Bei der Ansteuerung auf S. Gibt der „Fastvollmond“ eine gute Sicht. Kurz vor der Hafenzufahrt weichen wir einer Fähre aus. Ein Baggerfahrzeug zeigt weiß-rot-weiß und wir lassen es an Stb. Die grüne Tonne zur Hafeneinfahrt ist nicht beleuchtet aber wir wissen, das sie dort sein muss! Kurz vor Mitternacht machen wir in der hintersten Ecke fest. Viele Stegplätze sind für die Regatta reserviert. Hier schließt sich der Ostseekreis. Erleichtert nach den für uns anstrengenden 70sm schmeckt das Bier.

Wir bunkern 75ltr Diesel, schlagen die Fock und Groß ab, demontieren den Windgenerator, bereiten uns mental auf die Kanalfahrt vor.

Am nächsten Tag dann nach Stettin. Ca. 28 € für Mastlegen, 1x Übernachten und 2 Duschmarken: das ist ein angemessener Preis!

Wir machen Station in Schwedt: Neue Bewirtschaftung, neue Gebäude, frischer Wind in der Anlage, hier kann man wieder anlegen! Vollmond über Deich und Westoder, schön.

Kurz hinter Schwedt nehmen wir ein Motorboot mit Motorausfall bis Oderberg in Schlepp. 2. Stopp in Marienwerder.

Am Sonntag dann Ankunft im SVSt. Herzliche Begrüßung, wir sind wieder zurück nach 1625sm.