Seesegeln

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09.11.2017

Reisebericht der Segelyacht "La Tertia" vom 13. - 25. Mai 2017

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Reisevorbereitung:

Im Februar 2017 treffen sich der Eigner und der Skipper, um den bevorstehenden Männersegeltörn mit einer jungen Mannschaft zu besprechen und vorzubereiten. Die Segelyacht "La Tertia" eine Dufour 365 liegt zurzeit in der Leros Evros-Marina. Die Marina befindet sich in der Bucht Lakki auf der griechischen Insel Leros im Dodekanes in der südlichen Ägäis. Von dort aus wollen wir in etwa 12 Tagen und einigen Nächten, einen Segeltörn von rund 500 sm über Santorini, Kreta und Rhodos und weitere ostägäische griechische Inseln ansteuern. Das Boot besitzt die entsprechenden, erst kürzlich geprüften seemännischen- und sicherheitstechnischen Ausrüstungen und verfügt über die neusten Navigationsmittel sowie alle Seekarten für das Mittelmeer.

Reiseroute:

Die Reiseroute wird an Hand von vorliegenden Mittelmeer - Seekarten besprochen und festgelegt. Wir erarbeiten eine Proviantliste und sprechen über die vorherrschenden sowie aktuellen Wetterbedingungen. Als kulturelle Höhepunkte wollen wir die Vulkaninsel Nisyros, die Insel Santorini (Thira), einer vom Meer gefluteten Caldera sowie den historischen Hafen Heraklion mit der Festung Koules und den Palast von Knossos auf Kreta ansteuern.

Reisebeschreibung:

Die Anreise zur griechischen Insel  Leros gestaltet sich umständlich, weil von Athen die Flieger erst Ende Mai zur Insel Leros starten. Wir weichen aus und machen eine Nachtfahrt mit der Fähre.

Samstag 13. Mai 2017- Start des Segeltörns.

Von Insel Leros zur Insel Ios.

Wir sind  in der Nacht gegen 04:00 Uhr auf Leros mit der Fähre angekommen. Nach einem kurzen Schlaf auf der "La Tertia" wird Proviant eingekauft und verstaut. Wir machen das Boot seeklar und ich checke das komplette Rigg vom Top bis zum Mastfuß. Die Unterwanten werden nachgespannt. Wasser- und Dieseltanks werden gefüllt und die Crew wird in die Sicherheitstechniken des Bootes eingewiesen. Jeder bekommt seine Schwimmweste, die er auf seine Körpermaße individuell einstellt. Die Funktion sowie die Nutzung der kürzlich geprüften Rettungsinsel werden erläutert. Die Bedienung des Motors und der Ablauf eines Rettungsmanövers (Mann über Bord) werden durchexerziert. Ich schaue mir noch die Wetterberichte für die kommenden Tage an und notiere sie im Logbuch.
Um 15:04 Uhr werfen wir die Leinen los und segeln nach Land und Seezeichen aus der Lakki Bucht in Richtung der Insel Ios.  

Sonntag 14. Mai 2017

Insel Ios - 1. Nachtfahrt

Wir kreuzen mit Groß und Genua bis zu 6 kn Fahrt und passieren die Inseln Levitha und Amorgos. Nach der ersten Nachtfahrt erreichen wir mit leichten bis mäßigen Winden aus SW die Insel Ios. Wir haben bereits 107 sm im Kielwasser und sind ganz stolz auf das gute Etmal. Um 11:00 Uhr machen wir im Hafen von Ios (36°43´N, 25°16´E)  an einer Mooring fest und zahlen bei der Hafenmeisterin eine geringe  Hafengebühr von 8,32 €. Verschiedene Legenden der Insel berichten, dass die Mutter des antiken Dichters Homer auf Ios geboren wurde und er selbst dort begraben sein soll.

Montag 15. Mai 2017

Von Insel Ios zur Insel Santorin

Wir verlassen Ios und segeln heute mit idealem NNW Wind um 4 Beaufort zu einem unserer Hauptziele der Vulkaninsel Santorin. Santorin ist die südlichste Insel der Kykladen und wird in Griechenland Santorini oder Thyra genant. Von Norden kommend segeln wir in die sichelförmige Form von Santorin und machen fest an einer Boje (kostenfrei) vor dem Ort Oia in der Bucht Ormos A. Nikolaou auf der Position 36°27´N, 25°23´E.

Dienstag 16. Mai 2017

Insel Santorin - 1. Hafentag

Wir mieten uns ein Auto und besichtigen einige Höhepunkte der Insel wie die Orte Oia und Fira sowie Red Beach und Kapari Ligth House. Oia ist ein wunderschöner Ort an der Nordküste von Santorin. Viele Gebäude des verwinkelten  und mit kleinen Gassen durchzogenen Ortes, sind direkt am Kraterrand gebaut. Fira, der Hauptort der Insel, ist berühmt für seinen traumhaften Blick über die meist weißen Häuser, hinab der Caldera auf das blaue Meer. Ich könnte mich hier hinsetzen und MALEN. Der Red Beach zählt zu einem der außergewöhnlichsten Strände von Santorin und den Kykladen. Grandios ist die hohe rote Felswand, die direkt hinter dem Strand hervorragt. Der Besuch der atemberaubenden Orte an der Caldera, aber auch die vielfältigen Strände  von Santorin sowie die bis zu 300 Meter hohen Kraterwände haben bei mir den Eindruck einer der ungewöhnlichsten Inseln die ich kenne hinterlassen.  

Mittwoch 17. Mai 2017

Von Santorin zur Insel Kreta - 2. Nachtfahrt

Unter Gennaker segeln wir bei leichtem NW-Wind  nach Land und Seezeichen aus dem Krater, passieren die Huk AK Akpotiri Bb 0,26 sm querab und nehmen Kurs auf Kreta. Um Mitternacht ärgern uns Gewitterböen, wir sehen gespannt auf das Wetterleuchten und müssen quer laufendem Schiffsverkehr immer wieder ausweichen. Nach der Nachtfahrt ankern wir um 05:00 Uhr morgens zu einer Ruhepause vor der Stadt Elounta auf Kreta. 

Donnerstag 18. Mai 2017

Insel Kreta

Um 12 Uhr geht der Anker auf und wir segeln nach Nicolaos auf Kreta. Am Nachmittag machen wir fest im Hafen von Nicolaos auf Kreta.

Freitag 19. Mai 2017

Kreta / Nicolos-Hafen - 2. Hafentag   

Wir wollen heute einige historische Orte besuchen. Erstes Ziel unserer Tour ist die Besichtigung der touristischen Attraktion, der Palast von Knossos. Knossos war wahrscheinlich einst die größte Stadt, die es auf der Insel in der Zeit der Antike gegeben hat. Bekannt ist Knossos aber wegen der minoischen Paläste. Noch heute lässt sich erahnen, wie verziert der Palast von Knossos einst gewesen war. Vor allem die Treppenhäuser waren prächtig geschmückt und wiesen Verziehrungen an den Wänden auf. Wir sind ganz begeistert von diesem europäischen Kulturerbe. Wir besichtigen Heraklion Hafen und die venezianische Festung Rocca al Mare. Heraklion ist als viertgrößte Stadt Griechenlands ein wichtiger Schifffahrtshafen und Fährdock. Die Festung besteht aus zwei Teilen und die Wände sind bis zu 8,7 Meter dick. Das Castello a Mare ist eine Festung am Eingang des alten Hafens von Heraklion und wurde im frühen 16. Jahrhundert von der Republik Venedig erbaut.

Samstag  20. Mai 2017

Von Kreta nach Rhodos - 3. Nachtfahrt

Inzwischen drängt schon wieder die Zeit, denn der Urlaub der jungen Crew ist in knapp einer Woche zu Ende.  Wir legen unter Motor ab und müssen bei Wind aus NW mit 5 Beaufort die ersten Reffs einbinden. Am Nachmittag spielen drei inzwischen selten gewordenen Delphine am Bug.  Um Mitternacht passieren wir im Abstand von 1,4 sm an Backbord die Südspitze der Insel Kasos.

Sonntag  21. Mai 2017

Rhodos

Nach der 3. Nachtfahrt ankern wir in der Bucht Ormos Lindos auf Rhodos auf 7 Meter Tiefe. Nach einem guten Essen, neben dem Skippern koche ich auch für die Crew, lade ich mir einen ausführlichen Wetterbericht vom Windfinder Pro herunter. Nun müssen wir erst einmal schlafen.

Montag  22. Mai 2017

Von Rhodos (Bucht Lindos) zur Insel Symi                     

Am Morgen geht der Anker auf. An Land baut sich ein Gewitter auf, das erkennen ich an den großen Gewitterwolken (Cumulonimbus, cb) aus denen es heftig regnen kann. Das Gewitter verstärkt sich, und die heftigen Böen nehmen zu. Wir reffen das Großsegel und die Genua. Wir kreuzen um die Nordspitze von Rhodos in Richtung Symi und ich weise die Crew an, nicht zu dicht an die türkische Grenzlinie zu segeln. Spät am Abend fällt der Anker auf 8 Meter mit 25 Meter Kette in der Bucht Pedi vor der Insel Symi, der griechischen Insel der Dodekanes in der Ägäis.

Dienstag  23. Mai 2017

Insel Symi - 3. Hafentag

Der Anker geht früh auf und wir segeln nach Land und Seezeichen  in den Hafen Symi Stadt. Wir wundern uns, als wir nach 2 Stunden in den Hafen von Symi Stadt einlaufen, denn vor rund einem Jahr mussten alle Yachten an der Pier in der Hafeneinfahrt am Uhrturm festmachen. Wegen der Flüchtlingsproblematik, auf einigen griechischen Inseln, wurden alle einfahrenden Yachten von den Behörden kontrolliert. Wir gönnen uns einen Hafentag und erkunden die Insel. Symi ist eine der schönsten Inseln in der Ägäis, aber viele Badebuchten gibt es nicht. Noch heute gibt es wenige Schwammtaucher, und ich kaufe mir als Hobbymaler im Hafen einen Schwamm. Der Hafen von Symi-Stadt erinnert an einen Fjord, und der Hafen selbst gehört wohl zu den schönsten und malerischsten der ganzen Ägäis.

Mittwoch  24. Mai 2017

Von Insel Symi zur Insel Nisyros  

Ich stehe früh auf und schreibe den aktuellen Wetterbericht ins Logbuch. Es erwartet uns am Nachmittag ein kräftiger Wind aus West mit 5 Beaufort. Wir lichten den Anker und schmeißen

die Leinen am Heck los. Wir kreuzen nach Sicht und Peilungen zur Insel Nisyros und schon bald müssen wir das erste Reff ins Groß einbinden. Nach 9 Stunden an der Kreuz machen wir im Hafen Paloi auf Nisyros fest. Schon drei mal war ich auf der schönen Vulkaninsel und am nächsten Vormittag zeige ich der Crew den Höhepunkt der Insel. Die immer noch aktive riesige Vulkanlandschaft. Atemberaubend.

Donnerstag  25. Mai 2017

Von Insel Nisiros zu Insel Leros - 4. Nachtfahrt

Wir verlassen Nisiros unter Motor, denn die Hafeneinfahrt ist versandet. Wir setzen die Segel und bald ist die Insel achteraus. Wir genießen bei einem leichten Südwest das Segeln mit den Gennaker und  müssen den nach Süden setzenden Strom von rund 2 Knoten einkalkulieren.

Um 00:10 Uhr am 26. Mai fällt der Anker in der Bucht Lakki. Nachts sollte man nicht in die Marina von Leros einlaufen.  Wir schlafen aus und fahren am morgen in die Evros Marina.

Freitag, den 26. Mai 2017

Ausgangshafen Evos Marina Leros

Wir verholen die kurze Strecke (0,5 sm) vom Ankerplatz in die Marina auf der Insel Leros.
Das Boot wir klariert, gesäubert und mit Diesel und Wasser betankt. Damit ist es klar für den anschließenden Törn mit unseren  Frauen.

Ende der Reise.

Fazit der Seereise

Bei einem abschließenden Captain´s Dinner an Land zieht die gesamte Crew das Fazit: Wir sind ein wenig stolz, dass wir in nur 11 Segeltagen immerhin 510 Seemeilen im Kielwasser gelassen haben und vier interessante sowie lehrreiche Nachtfahrten erlebten. Der Törn war für die Crew eine unvergessliche Mittelmeerfahrt, die die Mannschaft zeitweise an die Grenzen der Seemannschaft  brachte. Schön war es, Mittelmeer wir kommen wieder!