Seesegeln

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HeiJo: Standortmeldung von Barbados

24.01.2018

Liebe Stössenseeer,

nun ist es so weit - wir ankern auf türkisblauem Wasser in Barbados, unsere Ankerkette schabt in den Böen auf den wenigen Steinen und es regnet so vor sich hin. Unseren Plan, heute unser Unterwasserschiff zu reinigen, müssen wir erst einmal aufschieben.

Seit Weihnachten sind wir rund 2000 sm gesegelt - jetzt machen wir erst einmal Urlaub. Neben uns liegt die „Bank von Bremen“, das Schiff mit dem Melanie im Mai die Regatta Bermuda - Hamburg segeln wird.

Wir haben uns schon mal ihren zukünftigen Schlafplatz angesehen. Neben den anderen Ankerliegern wirkt das 15-Meter-Schiff recht klein. Die auf der anderen Seite ankernde Ketsch ist mehr als doppelt so lang. Wir gehen als Dinghi durch. Wir ankern vor Port St. Charles, einem vornehmen Resort mit Yacht Club, dessen Einrichtungen, die v.a. in einer kalten Dusche bestehen, man benutzen kann. Alles ist ansonsten luxuriös, wenn man an der Poolbar sitzt und auf 50-Meter-Motoryachten guckt, könnte neben einem James Bond auftauchen.

Nachdem wir von Jacare/Brasilien aufgebrochen waren, benötigten wir knapp 10 Tage für 1400 sm bis nach Französisch Guyana und den Isles du Salut, den Teufelsinseln, von denen es wohl nur Papillon gelungen ist zu fliehen. Diese Gefängnisinseln wurden bis in die 50er Jahre benutzt. Heute tummeln sich dort die Touristen. Leider musste Wolfgang im benachbarten Kourou sich einigen unangenehmen Untersuchungen stellen, die aber zum Glück alle ohne Befund waren, so dass wir unsere Fahrt fortsetzen können. Wie überall liegt man in Französisch Guyana in einer Flussmündung, d.h. dass man bei Spring gut 3 kn Strom hat und der Wind aus Nordost in die Flussmündung hineinbläst. Man liegt deshalb recht unkomfortabel, v.a. wenn Schauerböen über einen hinwegziehen. Immerhin ist im Moment Regenzeit (28Grad, 90 Prozent Luftfeuchtigkeit und der Dschungel gleich nebenan). Auch das Dinghifahren ist in Strom und Wind recht trickreich. Aber man kann wieder einmal etwas Europa schnuppern. Französische Supermärkte und ein gutes Krankenhaus.

Nach dem dreiwöchigen Zwangsaufenthalt waren wir froh, Guyana verlassen zu können. Während der 6 Tage auf See reihte sich eine Schauerbö an die andere und 3-4 Meter Dünung machten das Leben anstrengend. Aber schon nach 6 Tagen kamen wir nachts in der Carlisle Bay an und verlegten dann rasch in den Norden der Insel. Das Einklarieren ist einfach, aber gründlich, und dauert nur knapp 1 1/2Stunden. U.A. ist die Frage zu beantworten, ob es unterwegs Tote gegeben hat. Wir werden morgen nach Bridgetown verlegen, endlich etwas Frisches einkaufen und hoffentlich in einer Woche nach Westen weitersegeln.

Viele Grüße von Bord der Hei-Jo, z.Zt. Port St. Çharles, Barbados, West Indies

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